Berlin, ick hab dir nicht vergessen

Ziele sind Träume mit einem Termin. Der Termin meines Traumes war der 4. April 2020. An diesem Tag sollte, wollte und musste ich an den zweiten HYROX-Weltmeisterschaften teilnehmen. Berlin als Austragungsort machte das Ganze noch reizvoller für mich. Ist nämlich mein Geburtsort. Doch bevor es Grund zur Vorfreude auf das Event geben konnte, musste ich mich erst noch dafür qualifizieren.

Die Qualifikation ist gelungen. Unter Dach und Fach gebracht im fünften Wettkampf der Saison. Ehrlich gesagt, habe ich etwas früher damit gerechnet. Doch alles eben zu seiner Zeit und Spaß gemacht hat es ja auch. So konnte ich so manchem Städtchen einen Besuch abstatten. Die Road to Berlin führte für mich über Miami, Essen, Frankfurt, Hannover und Karlsruhe. Vielleicht passt der Begriff Teststrecke to Berlin besser. Denn ich probierte so manches aus.

Ich wollte wissen, was für mich am besten funktioniert. Dabei ging es um Dinge wie Trainingsplanung, Flüssigkeits- und Energiezufuhr, Kleidung oder Schuhwerk. Manches funktionierte besser, manches schlechter. Am Ende des Tages hat sich eine viel versprechende Formel ergeben. Anfang März 2020, also vier Wochen vor der WM, ist meine Verfassung gut wie lange nicht. Auch organisatorische Dinge rund um den Tag X sind erledigt. Kann losgehen!

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Im In- und Ausland werden Not-Maßnahmen ergriffen. Über die Medien verbreitet sich eine ungekannte Hysterie mit Live-Tickern zur Anzahl Infizierter und Verstorbener. Die Corona-Krise hat zugeschlagen. Nichts geht mehr, alles steht still. Absage folgt auf Absage. Auch die HYROX-Weltmeisterschaften sind betroffen.

Das herbei gesehnte sportliche Highlight wird nachgeholt. Wenn die Krise einmal überwunden ist. Ich will aus dieser ungewohnten Situation gestärkt hervorgehen. Denn jede Krise birgt auch eine Chance. Berlin, ick hab dir nicht vergessen!