Die Hesse komme

Seit über einem Jahrhundert finden im 4-Jahres-Takt die Olympischen Spiele statt. Immer wieder werden dabei nicht für möglich gehaltene Rekorde aufgestellt. Aber damit nicht genug. The games must go on. Deswegen wird es auch beim nächsten Mal wieder gelingen, Unmögliches möglich zu machen und „Schallmauern“ zu durchbrechen. Einige Nationen werden dabei wieder besonders fleißig Gold, Silber und Bronze einheimsen. Sie werden im Medaillenspiegel vorne weg marschieren und alle Welt fragt sich mal wieder: Wie machen die das bloß?

Ja, wie machen die das bloß? Diese Frage stellt sich in jüngster Vergangenheit auch beim Ironman. Die Gewinner der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii -dem härtesten Rennen der Welt- der letzten Jahre heißen Sebastian Kienle (2014), Jan Frodeno (2015 & 2016) und Patrick Lange (2017 & 2018). Seit 2014 kommt der Ironman-Weltmeister ununterbrochen aus deutschen Landen. Wie machen die das bloß?

Schauen wir uns Patrick Lange, den Sieger der letzten beiden WMs, einmal etwas genauer an. Gleich bei seinem Debüt auf Hawaii im Jahr 2016 sorgte er für einen Streckenrekord im Marathonlauf und wurde Dritter. Bereits im Jahr darauf ließ er alle hinter sich und blieb nur 100 Sekunden über der magischen 8-Stunden-Marke. Das war knapp. Umso deutlicher blieb er in diesem Jahr darunter: 7:52:39 Stunden, eine gigantische Leistung! Vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit? Nein, die gibt es ja nicht. Aber sicherlich werden sich etliche Athleten an dieser Bestmarke die Zähne ausbeißen. Wie macht er das bloß?

Hat dieser Teufelskerl ein Erfolgsrezept? Ja, hat er. Und man muss auch nicht lange danach suchen. Wenn man bedenkt, dass Patrick Lange aus Bad Wildungen stammt und in Darmstadt lebt, wird es klar. De Bub is Hesse und desdewesche alls am gewinne. Auf die Dauer hilft nur Hessenpower. Hessenpower ist schon von weitem zu sehen und zu hören. Das bringen die Rodgau Monotones in der inoffiziellen Hessen-Hymne („Die Hesse komme“) passend zum Ausdruck: „Was kommt denn da für´n wüster Krach aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach?“. Und dass es für „Erbarme zu spät“ ist, wenn die Hessen kommen, ist auch auf selbiger Platte nachzuhören.

Liebe sportliche Konkurrenz, es tut uns leid, aber vielleicht klappt´s ja beim nächsten Mal. Oder beim übernächsten. Liebe Nord-, Süd-, Ost-, West- und Mittelhessen, bleibt sportlich wie bisher oder werdet es. Denn Power verpflichtet. Uff uns!