Filterblase

Über den Tellerrand schauen, macht das denn noch jemand? Dem Anderen sein Gehör schenken, passiert das heute noch? Oder verharrt man nur noch im eigenen Schützengraben und feuert auf alles und jeden, dessen Meinung von der eigenen abweicht? Es sieht so aus, als ob wir zunehmend verlernen, mit Dingen klarzukommen, die uns nicht gefallen. Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, desto filtrierter sind all die Breaking News, die uns erreichen.

Auf der Basis von Algorithmen, die versuchen, den Konsumenten mit personalisierten, maßgeschneiderten Informationen zu versorgen, entsteht die sogenannte Filterblase. Man nehme den Standort, die Suchhistorie und das Klickverhalten des Konsumenten und schon ergeben sich seine Vorlieben und Interessen. Ganz nach dem Motto „If you like this, you´ll like that.“.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass der Konsument gegenüber Informationen, die nicht seinem Standpunkt entsprechen, isoliert wird. Er bekommt nur noch Dinge mit Thumbs Up-Potenzial zu Gesicht. Eli Pariser, Internetaktivist und Autor (The Filter Bubble – What the Internet is Hiding from You) hält negative Folgen für den Diskurs der Gesellschaft für möglich.

Wenn diese Entwicklung anhält oder gar an Geschwindigkeit gewinnt, rennen wir schnurstracks in eine Sackgasse. Das muss man nicht erst googlen. Einmal Kehrtwende in Richtung Horizonterweiterung, bitte!