Multi-modale Mobilität

Work will win when wishy washy wishing won’t. Bitte was? Achso, eine Alliteration! Ein literarischer Wachmacher, der unsere Aufmerksamkeit erregt. Da uns heutzutage auf Schritt und Tritt ein Pop-up entgegen springt, reagieren wir bei Weitem nicht mehr auf jede Effekthascherei. Die meisten Werbemaßnahmen prallen nur noch an uns ab. Aber für eine gepflegte Alliteration sind wir schon noch empfänglich. Wenn guter Klang auf gute Botschaft trifft, sind wir ganz Ohr.

Mich hat kürzlich der Begriff der multi-modalen Mobilität aufhorchen lassen. Ein Begriff, der direkt in’s Ohr geht. Und er geht auch in die Beine, wenn man so will. Multi-modale Mobilität bezeichnet die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel. Also ein Mobilitätsverhalten, bei dem der Anteil der mit dem eigenen PKW zurückgelegten Wege mal mal unter die 100-Prozent-Marke fällt. So etwas soll es ja tatsächlich geben. Und zu meiner allergrößten Freude liegt es sogar „im Trend“.

Eine Auswertung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat uns diesbezüglich interessante Erkenntnisse geliefert. Die Zahlen belegen, dass die Deutschen ihre Mobilität immer häufiger multi-modal gestalten. Dazu passt, dass unter den 18- bis 35-Jährigen immer weniger ein eigens Auto besitzen. Hatte dieser Wert im Jahr 2002 noch bei 83 Prozent gelegen, ist er inzwischen auf 74 Prozent zurückgegangen. Und dazu passt wiederum, dass die Nutzung des Fahrrads zunimmt. Die Nutzung erfolgt durch mehr Personen und ist intensiver. Heute werden durchschnittlich 15 von 100 Metern mit dem Fahrrad gemeistert, im Jahr 2002 waren es noch zehn Meter. Wenn ich richtig gezählt habe, sind das gleich drei freudige Botschaften auf einmal. Das muss man erst mal sacken lassen.

Sei in Zukunft nicht bloß multitaskingfähig, sondern auch multi-modal mobil. Keine Angst, keiner möchte dir deinen Wagen wegnehmen. Es geht nur darum, dass du nicht ausschließlich in der Karre hockst. Und wie der Zufall es will, steht gerade jetzt wieder die Fahrrad-Saison vor der Tür. Du könntest noch heute in den Keller gehen und dein Fahrrad aus der mehrmonatigen/mehrjährigen Dunkelhaft befreien. Du hast mal wieder keine Luftpumpe? Eine Staub-Allergie? Angst vor Spinnen? Der nette Nachbar hilft gerne. Und wenn der gerade im Urlaub ist, dann nutze einfach das nächstbeste Verkehrsmittel: Deine Beine. Schließlich wächst deine Urban Sneaker-Kollektion seit Jahren. Trag die Treter doch auch mal. Wenn die multi-modale Mobilität fester Bestandteil deines Alltags geworden ist, solltest du darauf mindestens mit einem Multi-Vitamin-Saft anstoßen. Prösterchen!