Notizen zum Homo sedentarius (6)

Auch wenn die „Neue Normalität“ bevor steht und vieles für immer der Vergangenheit angehört, ist eines geblieben: Der Homo sedentarius. Und mit ihm seine himmelschreienden Ausreden. Hier ein Paradebeispiel:

 

Anna: „Das Ründchen im Grünen war doch ganz nett.“

Lena: „Ja, und wir konnten uns mal wieder austauschen.“

Anna: „Lass´ uns das doch öfter machen.“

Lena: „Klar, gerne!“

Anna: „Ich bin hier morgens immer mit dem Hund unterwegs. Komm´ doch einfach mit.“

Lena: „Wann gehst du denn dann aus dem Haus?“

Anna: „Um halb acht.“

Lena: „Was? Um halb acht kriege ich meinen Hund nicht aus dem Bett.“

 

Die beiden Namen sind frei erfunden. Der Dialog ist ein Original. Dass Lena´s Hund ein Langschläfer ist, ist wohl auch eher frei erfunden. Denn bis zum heutigen Tag ist mir kein Hund begegnet, der morgens nicht aus dem Körbchen springt, sobald Frauchen/Herrchen auch nur einen Fuß auf den Boden gesetzt hat. Und wenn nicht, sind Hunde ja nicht nachtragend, wenn man sie mal etwas früher weckt. Spätestens auf den Hundewiese ist alles wieder bestens.

Lena hätte die morgendliche Runde mit Anna sicherlich gut getan. Besonders in Zeiten von Home Office. Doch vermutlich sind sich die Begriffe „Home Office“ und „Homo sedentarius“ zu ähnlich. Daher finden sie immer wieder zueinander. Erst das H, dann das O und auch noch das M. Stichwort: Orthographie. Aber wenn es dann hier und da anfängt zu zwicken, lässt sich ja immer noch ein Treffen mit Anna vereinbaren. Stichwort: Orthopädie.