Parkbank-Fitness

„Es könnt´ alles so einfach sein, isses aber nicht.“. Es liegt mehrere Jahre zurück, dass diese Zeile im Stundentakt aus dem Radio dröhnte. Und sie hängt uns noch immer in den Ohren. Ein Grund für die nachhaltige Wirkung ist sicherlich die unnachahmliche grönemeyersche Betonung. Ein anderer Grund ist wohl die Message, die sie transportiert. Nämlich: Wir machen es uns zu schwer. Das ist ein Vorwurf.

Und eine Feststellung zugleich. Denn wenn wir unser Tun reflektieren, erkennen wir recht schnell, dass wir einen Hang zum Komplizierten haben. Lieber ein Dutzend Sprachnachrichten, als ein simples Telefonat. Lieber ein kreditfinanzierter SUV, als ein erschwinglicher Wagen der Kompaktklasse. Lieber in unregelmäßigen Abständen eine Crash-Diät beginnen und abbrechen, als eine grundlegende Ernährungsstrategie. Ziemlich hirnrissig, nicht wahr?

Leonardo da Vinci sah in der Einfachheit die höchste Stufe der Vollendung. Die einfachste Lösung eines Problems ist und bleibt die beste. Das muss man sich in Zeiten von „Bigger is better“ immer mal wieder bewusst machen. Es gibt da einen, der in meinen Augen so etwas wie der Botschafter der Einfachheit ist. Er läuft mir des Öfteren über den Weg. Laufen im Sinne von Joggen. Sein simples Erfolgsrezept befolgt er immer wieder auf´s Neue. Es lautet: Liegestütze an jeder Parkbank, dazwischen wird gelaufen. Während viele andere nach dem ultimativen Fatburner-Workout googeln, hat er schon lange verstanden, worum es eigentlich geht. Halte es einfach und leg´ los! Ende der Durchsage.